Unterrichtsmaterialien

MARIA THERESIA – DAS MUSICAL

 

Die historischen Vorbilder der Rollen

 
  • Maria Theresia

    (*1717, +1780)

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  • Maria Theresia

    (*1717, +1780)

    Maria Theresia wurde als älteste Tochter von Kaiser Karl VI. geboren. Da ihr Vater lange auf einen männlichen Thronfolger hoffte, wurde sie nicht wie eine zukünftige Herrscherin erzogen. Sie lernte höfisches Benehmen, Musik, Tanz und Sprachen – aber keine Politik oder Militär. Als ihr Vater überraschend starb, wurde Maria Theresia mit nur 23 Jahren zur Herrscherin über das Habsburgerreich. Viele zweifelten an ihrer Fähigkeit zu regieren, vor allem, weil sie eine Frau war. Doch sie bewies Mut, Entschlossenheit und politische Klugheit.

    Gleich zu Beginn ihrer Herrschaft musste sie sich im Österreichischen Erbfolgekrieg behaupten. Sie verteidigte ihr Reich gegen mehrere europäische Staaten und sicherte ihre Macht. Danach begann sie, den Staat grundlegend zu reformieren: Sie vereinheitlichte die Verwaltung, schaffte Sonderrechte für Adel und Kirche ab, modernisierte das Heer und förderte die Wirtschaft. Besonders wichtig war ihr die Bildung – 1774 führte sie die Unterrichtspflicht für Kinder ein, ein Meilenstein für die Zukunft Österreichs. Auch außenpolitisch ging sie neue Wege: Sie schloss ein Bündnis mit Frankreich und verheiratete ihre Kinder mit Mitgliedern der Bourbonen-Dynastie. Diese Politik führte zum Siebenjährigen Krieg, bei dem sie versuchte, das wirtschaftlich bedeutende Schlesien zurückzuerobern – vergeblich.

    Privat war Maria Theresia eine strenge, aber engagierte Mutter. Mit ihrem Mann Franz Stephan von Lothringen hatte sie 16 Kinder. Ihre Ehe galt als besonders herzlich und vertraut – eine Seltenheit im höfischen Umfeld, in dem politische Interessen oft im Vordergrund standen. Nach dem Tod ihres Mannes 1765 trauerte sie tief, zog sich zurück und trat nur noch als Witwe auf. Dennoch blieb sie politisch aktiv und regierte gemeinsam mit ihrem Sohn Joseph II., der später Kaiser wurde. Die Zusammenarbeit war nicht immer einfach, da Maria Theresia im Alter zunehmend konservativer wurde, während Joseph Reformen vorantreiben wollte.

    Maria Theresia starb am 29. November 1780 in der Wiener Hofburg an einer Lungenentzündung. Sie wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt, gemeinsam mit Franz Stephan in einem großen Doppelsarkophag.

  • Franz Stephan von Lothringen

    (*1708, +1765)

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  • Franz Stephan von Lothringen

    (*1708, +1765)

    Ehemann von Maria Theresia

    Franz Stephan stammte aus dem Herzogtum Lothringen, das zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich lag und politisch stark unter Druck stand. Um die Verbindung zu den Habsburgern zu stärken, wurde er als Kind an den Wiener Hof geschickt, wo er Maria Theresia kennenlernte. Die beiden heirateten 1736 – eine Verbindung, die sowohl politisch als auch persönlich bedeutend war.

    Für die Ehe musste Franz Stephan sein Herzogtum aufgeben. Als Ausgleich erhielt er die Toskana und wurde 1745 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. In der Regierung spielte Franz Stephan eine zurückhaltende Rolle. Er war kein militärischer Führer, sondern ein ruhiger, gebildeter Mann mit Interesse an Wissenschaft, Wirtschaft und Aufklärung. Er gründete den Tiergarten Schönbrunn und legte den Grundstein für das Naturhistorische Museum in Wien. Auch wirtschaftlich war er erfolgreich und unterstützte Maria Theresia finanziell.

    Franz Stephan starb 1765 überraschend in Innsbruck. Maria Theresia trauerte tief und ließ ihn in der Kapuzinergruft in Wien bestatten – gemeinsam mit ihr im berühmten Doppelsarkophag. Obwohl er oft im Schatten seiner Frau stand, war Franz Stephan ein wichtiger Teil der habsburgischen Geschichte – als verlässlicher Partner, Förderer von Wissenschaft und Brücke zur Aufklärung.

  • Friedrich II. von Preußen

    (*1712, +1786)

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  • Friedrich II. von Preußen

    (*1712, +1786)

    Gegenspieler von Maria Theresia

    Friedrich II. war König von Preußen und ging als „Friedrich der Große“ in die Geschichte ein. Er wurde streng und autoritär erzogen, entwickelte sich aber zu einem klugen Feldherrn und Reformer. Sein Motto lautete: „Erster Diener des Staates“.

    Er führte mehrere Kriege gegen Österreich, darunter den Österreichischen Erbfolgekrieg und den Siebenjährigen Krieg. Besonders umkämpft war das Gebiet Schlesien, das er Maria Theresia entriss – ein schwerer Verlust für die Habsburgerin. Die beiden wurden zu erbitterten Gegnern, und ihre Feindschaft prägte die europäische Politik ihrer Zeit.

    Trotz seiner militärischen Erfolge war Friedrich auch ein Künstler und Philosoph. Er spielte Flöte, komponierte Musik und pflegte Kontakt zu Denkern wie Voltaire. Er setzte Reformen um, schaffte die Folter ab und förderte Bildung und Toleranz.

  • Maria Karolina Fuchs-Mollard

    (*1675, +1762)

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  • Maria Karolina Fuchs-Mollard

    (*1675, +1762)

    Vertraute von Maria Theresia

    Maria Karolina, genannt „Charlotte“ oder liebevoll „Mami“, war die Erzieherin und spätere Obersthofmeisterin von Maria Theresia. Schon als junges Mädchen kam sie an den Wiener Hof und wurde 1728 zur Erzieherin der Erzherzoginnen Maria Theresia und Maria Anna ernannt. Zwischen ihr und Maria Theresia entwickelte sich eine enge, fast familiäre Beziehung, die ein Leben lang hielt.

    Auch als Maria Theresia Kaiserin wurde, blieb „Mami“ an ihrer Seite. Sie war eine wichtige Bezugsperson für die Herrscherin. Ihre Ausgeglichenheit, Fröhlichkeit und ihr Feingefühl machten sie bei Hof sehr beliebt.

    Maria Theresia ehrte sie auf besondere Weise: Nach ihrem Tod 1762 ließ sie sie als einzige Nicht-Habsburgerin in der Kapuzinergruft beisetzen. Auf dem Sarg steht eine persönliche Widmung der Kaiserin – ein Zeichen tiefer Dankbarkeit für eine Frau, die ihr Leben entscheidend geprägt hat.

  • Kaiserin Elisabeth Christine

    (*1691, +1750)

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  • Kaiserin Elisabeth Christine

    (*1691, +1750)

    Mutter von Maria Theresia

    Elisabeth Christine wurde mit nur 16 Jahren mit Kaiser Karl VI. verheiratet. Sie galt als schön und gebildet und wurde in Wien „die Weiße Liesl“ genannt. Ihre Aufgabe war klar: möglichst bald einen männlichen Thronfolger zur Welt zu bringen. Doch erst nach acht Jahren wurde ihr erstes Kind geboren – ein Sohn, der jedoch früh verstarb. Danach bekam sie drei Töchter, darunter Maria Theresia.

    Am Wiener Hof hatte Elisabeth Christine kaum politischen Einfluss. Sie wurde von ihrem Mann und später auch von ihrer Tochter Maria Theresia höflich, aber bestimmt aus den Regierungsgeschäften ausgeschlossen. Die Enttäuschung über das Ausbleiben eines männlichen Erben belastete sie sehr. Sie zog sich zurück und litt unter gesundheitlichen Problemen.

    Elisabeth Christine starb 1750 in Wien und wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt. Als Mutter von Maria Theresia bleibt sie eine wichtige Figur in der Geschichte der Habsburger – auch wenn sie selbst nie im Mittelpunkt der Macht stand.

  • Kaiser Karl VI.

    (*1685, *1740)

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  • Kaiser Karl VI.

    (*1685, *1740)

    Vater von Maria Theresia

    Karl VI. war ein eher ruhiger und zurückhaltender Herrscher, der großen Wert auf höfische Traditionen, Prunk und Zeremonien legte. Als letzter „Barockkaiser“ liebte er Musik, Kunst und Jagd – und förderte viele Bauprojekte, darunter die berühmte Karlskirche in Wien. Besonders die Musik lag ihm am Herzen: Er war selbst ein talentierter Musiker und ließ am Wiener Hof große Opern und Konzerte veranstalten.

    Obwohl er sich bemühte, seine Tochter als Erbin abzusichern, hinterließ er ihr nach seinem Tod ein geschwächtes Reich mit leeren Kassen und einer schlecht organisierten Armee. Maria Theresia musste sich nach seinem Tod allein behaupten – ohne Geld, ohne Soldaten, aber mit viel Mut. Die schwierige Lage führte direkt zum Österreichischen Erbfolgekrieg, in dem sie sich als starke Herrscherin bewährte.

  • Johann Christoph von Bartenstein

    (*1698, +1767)

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  • Johann Christoph von Bartenstein

    (*1698, +1767)

    Berater von Maria Theresia

    Johann Christoph von Bartenstein stammte aus einer bürgerlichen Familie in Straßburg und wuchs in einem streng protestantischen Umfeld auf. Am Wiener Hof machte er eine steile Karriere: Vom Sekretär wurde er zum engen Berater von Kaiser Karl VI. und später auch von Maria Theresia.

    Er war ein kluger Diplomat und half entscheidend dabei, Maria Theresias Thronfolge abzusichern. In den schwierigen Anfangsjahren ihrer Herrschaft stand er ihr treu zur Seite und unterstützte sie gegen politische Gegner.

    Neben seiner Arbeit in der Außenpolitik war Bartenstein auch für die Verwaltung und Wirtschaft zuständig. Er war nicht bei allen beliebt – manche hielten ihn für arrogant –, doch Maria Theresia schätzte ihn sehr. Sie sagte einmal: „Ohne ihn wäre alles zugrunde gegangen.“

    Bartenstein blieb zeitlebens ein Einzelgänger ohne eigenes Machtnetzwerk, aber seine Leistungen für die Habsburgermonarchie waren bedeutend.

  • Joseph II.

    (*1741, +1790)

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  • Joseph II.

    (*1741, +1790)

    Sohn von Maria Theresia

    Joseph II. war der lang ersehnte männliche Thronerbe von Maria Theresia und Franz Stephan und ihr viertes Kind. Nach dem Tod seines Vaters wurde er 1765 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und regierte zunächst gemeinsam mit seiner Mutter, später ab 1780 allein die Habsburgermonarchie.

    Die Beziehung zu Maria Theresia war von Spannungen geprägt: Joseph war ein leidenschaftlicher Reformer, seine Mutter hingegen vorsichtig und traditionsbewusst. Viele seiner Ideen stießen bei ihr auf Widerstand, doch er bewunderte sie als starke Herrscherin.

    Joseph II. war fasziniert von Friedrich II. von Preußen, seinem politischen Gegenspieler. Obwohl er ihn als „Schurken“ bezeichnete, beeindruckten ihn dessen militärische Erfolge und Verwaltungsreformen. Joseph wollte die habsburgische Armee und Verwaltung ähnlich modernisieren – sehr zum Missfallen seiner Mutter.

    Joseph II. setzte zahlreiche Reformen um: Er schaffte die Folter ab, verbesserte die Stellung der Nichtkatholiken (Toleranzpatent), schränkte den Einfluss der Kirche ein und hob die Leibeigenschaft für Bauern auf. Viele seiner Maßnahmen waren ihrer Zeit voraus, wurden aber von seinem Umfeld nicht immer gut aufgenommen.

  • Maria Christina

    (*1742, +1798)

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  • Maria Christina

    (*1742, +1798)

    Tochter von Maria Theresia

    Maria Christina war das fünfte von sechzehn Kindern. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern durfte sie ihren Ehemann selbst wählen: Sie heiratete 1766 Herzog Albert von Sachsen-Teschen, einen entfernten Verwandten. Diese Liebesheirat war eine Ausnahme, da Ehen in Herrscherhäusern und auch bei Maria Theresia normalerweise aus politischen Gründen geschlossen wurden. 

    Obwohl Maria Christina als Lieblingskind ihrer Mutter galt, war sie bei ihren Geschwistern nicht sehr beliebt – vermutlich wegen der Sonderrolle, die sie einnahm. Sie galt als besonders gebildet und kunstinteressiert. Gemeinsam mit ihrem Mann war sie Statthalterin in den Österreichischen Niederlanden (heutiges Belgien). Dort nannte sie sich Marie Christine. Später lebte das Paar in Wien, wo es die Albertina gründete, die heute weltberühmte Kunstsammlung.

  • Michael Gabriel Fredersdorff

    (*1708, +1758)

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  • Michael Gabriel Fredersdorff

    (*1708, +1758)

    Vertrauter von Friedrich II.

    Michael Gabriel Fredersdorff war kein Adliger, sondern der Sohn eines einfachen Musikers und wurde Soldat in der preußischen Armee. Dort lernte er den jungen Kronprinzen Friedrich kennen, der später als Friedrich II. König wurde. Die beiden verband die Liebe zur Musik – sie spielten heimlich Flöte und wurden enge Freunde. Als Friedrich König wurde, machte er Fredersdorff zu seinem Kammerdiener und später zu einem seiner wichtigsten Vertrauten, er wohnte sogar direkt neben dem König im Schloss Sanssouci.

    Die Beziehung der beiden war sehr eng, vielleicht sogar mehr als nur freundschaftlich – das ist bis heute nicht sicher. Fredersdorff wollte heiraten, was Friedrich zunächst ablehnte, später aber erlaubte. 1757 verlor Fredersdorff wegen angeblicher Fehler seine Stellung. Er starb ein Jahr später, enttäuscht über den Verlust seiner Ehre.

 

Erstellt mit Unterstützung von KI (Microsoft Pilot)

Lernt unser Kreativ-Team von MARIA THERESIA kennen

  • Das Video zeigt ein Interview mit dem VBW-Musical-Intendanten Christian Struppeck, verantwortlich für kreative Entwicklung von MARIA THERESIA.

    Das Video vermittelt einen Einblick in die kreative Entwicklung des Musicals MARIA THERESIA und zeigt, wie aus einer historischen Figur eine moderne Musicalproduktion entsteht.

  • Das Video zeigt ein Interview mit Dieter Falk und Paul Falk, die für das Musical MARIA THERESIA verantwortlich sind für Musik, Orchestrierung, Arrangements und musikalische Gesamtbetreuung. Beide sprechen abwechselnd direkt in die Kamera.

    Das Video vermittelt einen verständlichen Einblick in die musikalische Arbeit hinter dem Musical MARIA THERESIA und zeigt, wie die Musik die Geschichte unterstützt und strukturiert.

  • Das Video zeigt ein Interview mit Jonathan Zelter und Thomas Kahry. Jonathan Zelter ist für die Liedtexte verantwortlich. Thomas Kahry ist für das Buch des Musicals MARIA THERESIA zuständig.

    Das Video gibt einen Einblick in die inhaltliche und textliche Arbeit hinter dem Musical MARIA THERESIA und zeigt, wie Geschichte und Lieder gemeinsam entstehen.

  • Das Video zeigt ein Interview mit Jonathan Huor, der für die Choreografie des Musicals MARIA THERESIA verantwortlich ist.

    Das Video vermittelt einen verständlichen Einblick in die choreografische Arbeit und informiert, wie Bewegung und Tanz die Geschichte von MARIA THERESIA unterstützen.

  • Das Video zeigt ein Interview mit zwei Parcours‑Coaches des Musicals MARIA THERESIA.
    Das Video gibt einen verständlichen Einblick in Parcours als Bewegungskonzept im Musical und zeigt, wie diese Arbeit in MARIA THERESIA umgesetzt wird.

  • Das Video zeigt ein Interview mit dem Rap‑Coach des Musicals MARIA THERESIA. Der Rap‑Coach spricht ruhig und verständlich direkt in die Kamera.
    Das Video gibt einen verständlichen Einblick in Rap als künstlerische Ausdrucksform im Musicalkontext und zeigt, wie Rap im Projekt MARIA THERESIA eingesetzt wird.

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